Allein im Land der Elche..


Gefunden!

15.09.2008 - abends

 

Gefunden!

Die Post mein Paket - beziehungsweise das Paket mich..
Ich zwei Arbeitspartnerinnen für das Fundamentals-Projekt, das ich machen muss; endlich einen Supermarkt, der alles hat, was ich bisher nicht finden konnte und außerdem die Antwort auf Fragen wie "Wieviele Stufen sind es von der Straßenbahn 'rauf in mein Zimmer?" - ziemlich genau 227.

 

Um ein bißchen ausführlicher zu werden:

Das Paket
Vielen lieben Dank!! Ich würde mich natürlich auch weiterhin über jedwede Art von Post oder Care-Paket wirklich freuen!

Das Projekt
Wir müssen im Fundamentals-Projekt ein wissenschaftliches Poster erstellen - so in etwa:

Sowas habe ich zwar noch nie gemacht, aber ich muss es ja auch nicht allein bewerkstelligen, sondern werde mit Coraly und Natalie, zwei meiner Kommilitoninnen, zusammenarbeiten.

 

Sonntag war ich übrigens im Göteborger Stadtmuseum und anschließend ein bißchen shoppen.
Das Museum, eins von vielen hier in Göteborg, ist zwar nicht besonders groß, erzählt aber auf sehr anschauliche Weise und in vielen schön gestalteten Räumen die Geschichte der Stadt - und damit ganz Schwedens - von der Vorzeit, über die Zeit der Wikinger bis in die Neuzeit. Nebenbei gibt es noch ein paar kleinere Ausstellungen - wie ihr seht unteranderem über Stühle:

 

 

 Der Eintritt war umsonst und der Besuch ein schöner Zeitvertreib an einem von vielen verregneten Sonntagen. Nächste Woche ist dann vielleicht das nächste dran..

 

Ich werd' jetzt mal noch ein bißchen fleißig sein, morgen muss schließlich das erste Home Problem abgegeben werden. Abends habe ich dann meine erste Schwedisch-Stunde; der Kurs hilft mir hoffentlich, mich bald ein bißchen besser mit den Einheimischen zu verständigen.

 

Einen wunderschönen Abend noch!

 

 

"Gå i säng.."

13.09.2008

 

Erinnert ihr euch noch an die Party im Club Gasquen, bei der sich um 1 Uhr zum oben genannten Kinderlied alle Schweden schlafen legten? Ich hatte im Eintrag Initialisierungsriten davon erzählt. Ich habe mittlerweile tatsächlich ein Foto davon gefunden, als sich gerade die ersten hingelegt hatten:

 

 

 Im übrigen muss ich mich mal positiv über den Service der Vermieter-Agentur SGS äußern:

Donnerstag hab ich die Agentur darüber informiert, dass mein Wasserhahn tropft und meine Tür so lose in ihrer Aufhängung sitzt, dass ich jedes Mal fast aus meinem Bett falle, wenn jemand unten die Tür ins Schloss fallen lässt.
Am nächsten Vormittag standen schon zwei Caretaker vor meiner Tür und haben das in Ordnung gebracht - unbürokratisch und natürlich umsonst.
Zusätzlich wird zur Zeit die Damen-Sauna komplett renoviert. Ab 1.10. genieße ich also den Luxus einer "eigenen" Sauna direkt in meinem Keller!

 

Puss och kram! - Anja

 

 

Kirchenfenster fließen nicht

09.09.2008

 

Die letzten Tage ist nicht viel passiert - ausgenommen der Tatsache, dass ich jetzt glückliche Besitzerin eines 20 Zoll - Fernsehers bin.

Ich habe ihn auf einer schwedischen Announcen-Website gefunden, bin vorbeigefahren und habe ihn inklusive Fernbedienung, Sat-Kabel und Heimfahrt für 25€ bekommen.

Ich hab mir fest vorgenommen nur schwedische Sendungen zu sehen, aber die Versuchung ist groß, wenn auf etwa 10 von meinen 17 Kanälen spannende, amerikanische Sendungen im englischsprachigen Original laufen. ^^

 

Im übrigen habe ich mich heute für das Thema meiner SMP-Projektarbeit entschieden: Kein Ketchup, sondern "Do church windows flow?". Mein Prof hat mich schon mit zwei wissenschaftlichen Artikeln zu dem Thema versorgt. Morgen werde ich selbst mal ein bißchen Literaturrecherche betreiben. Kirchenfenster sind am unteren Ende nicht etwa deshalb dicker als oben, weil das Glas fließt, sondern aufgrund der Herstellungsmethhoden der Vergangenheit. Simplen statischen Überlegungen entsprechend baut man das dickere Ende dann natürlich unten ein, nicht oben.

Ich werde in der kurzen Ausarbeitung, die wir schreiben müssen, zeigen, dass Kirchenfenster mehrere 10 Millionen Jahre bräuchten, um sich durch den natürlichen "Fluß" des Glases am unteren Ende so stark zu verdicken. Im Grunde heißt das, dass Glas zwar schon fließt, aber auf einer für uns nicht beobachtbaren Zeitskala.

Ich finde das Thema ziemlich spannend und - da ich außer der Physik auch verschiedene Glasherstellungsmethoden besprechen kann - abwechslungsreicher als die meisten anderen.

 

Ich hoffe, es geht euch allen gut!

Viele liebe Grüße aus dem hohen Norden!

 

 

1. Vorlesung in Fundamentals of Micro- and Nanotechnology

06.09.2008

 

Als wäre die Soft Matter Physic - Vorlesung nicht schon Grund genug gewesen auf das kommende Semester gespannt zu sein, hatte ich am Donnerstag meine erste Fundamentals of micro- & nanotechnology - Vorlesung. (Der Einfachheit halber rede ich in Zukunft besser nur noch von SMP und Nanotech.)

Die Vorlesung an sich deckt ein unheimlich spannendes, noch sehr junges Themengebiet ab und wird durch Demonstrationen und Reinraum-Projektarbeiten aufgelockert. Dazu kommt, dass wir auch in dieser Vorlesung keine Hausaufgaben im klassischen Sinne werden abliefern müssen. Stattdessen reichen wir nach jeder Vorlesung eine selbstgeschrieben Multiple Choice Frage ein, die der Professor sammelt und auf einer entsprechenden Seite im Internet zum Trainieren online stellt. Das Beste daran aber ist, dass er am Ende des Quartals die Klausur aus unseren Fragen zusammenstellt!

 

Was ist diese Woche noch passiert?
Ich hatte lieben Besuch aus Deutschland - Armin und Ronja haben auf ihrer Skandinavien-Tour bei mir Halt gemacht und sich zwei Tag lang Göteborg angeguckt. Am letzten Tag hat sogar das Wetter mitgespielt und wir konnten auf die Schäreninsel Brännö rausfahren:

 

 

 

Fast hätte ich es vergessen:

Die versprochenen Fotos der City Tour sind online. Unteranderem brauchten wir Fotos von uns und Fofo..

.. in einer Telefonzelle

.. beim Fahrradfahren

.. beim Einchecken in ein Hotel 

.. mit einem "Celebrity" 

.. mit Ballons

.. und mit einem Piraten

 

Heute Abend bin ich zu Lindas Einweihungsparty eingeladen. Ich habe dafür heute morgen schon frisches Brot und Salz gekauft und bin mal gespannt, ob die Schweden diesen Brauch kennen und was für eigene Traditionen sie bei solchen Anlässen wohl noch haben mögen!

 

 

1. Vorlesung in Soft Matter Physics

02.09.2008

 

Gerade hatte ich meine erste Vorlesung hier in Schweden und bevor ich mich gleich auf den Weg mache, um mit Anna im Fitness Center das Tischtennis-Training auszuprobieren, wollte ich euch kurz meine Eindrücke schildern.

 

Um es kurz zu machen: Ich bin aufgeregt, aber begeistert! In Soft Matter Physics gibt es zusätzlich zu den Vorlesungen keine Übungen, sondern man erarbeitet selbstständig eine Projektarbeit. Das bedeutet, dass wir uns binnen zwei Wochen ein Thema aussuchen - das kann zum Beispiel das rheologe Verhalten von Ketchup als ein "shear thinning fluid" sein - und dann bis Oktober eine 2 - 4 seitige Arbeit darüber verfassen.

Dieses Projekt zu erarbeiten ist das erste von zwei Schein-Kriterien. Das zweite ist eine schriftliche Prüfung am Ende des ersten Quartals (also Mitte Oktober), für die man aber bereits jetzt bis zu einem Viertel der notwendigen Punkte sammeln kann, wenn man kurze Aufgaben löst, die während des Quartals online gestellt werden.

Wir sind etwa 20-30 Studenten und es scheint nicht unüblich zu sein, sich sein Mittagessen mitbringen und während der Vorlesung zu essen und zu trinken, solange man dabei still ist.

Außerdem gibt es demnächst im Rahmen dieser Vorlesung alle paar Wochen sogenannte Lunch Seminars, bei denen Gastdozenten anderer Fakultäten ihre Forschung präsentieren, für die Soft Matter Physic von besonderer Relevanz ist. Jetzt kommt's: Damit wir Studenten nicht hungern müssen, werden wir während dieser Seminare mit Sandwiches, kalten Getränken und Kaffee versorgt!

 

(Warum sitzen wir an der RWTH, einer TH von Weltruf und durch die höchsten Drittmittel Deutschlands gefördert, eigentlich immernoch in dunklen, muffigen Seminarräumen, in denen es verboten ist zu essen oder zu trinken und blinzeln auf handgeschriebene Folien, die uns die Professoren auf uralten Overhead-Projektoren auflegen?)

 

 Für ein bißchen mehr Schweden in Deutschland!

          Kram kram, Anja

 

 

Stadtführung

31.08.2008 - abends

 

Nach erfolgreich überstandenem, aber (vom Besucheransturm abgesehen) unspektakulären Abend im Café Olof, ging es gestern früh mit einer CIRC City Tour weiter.

 

Wir wurden in Gruppen aufgeteilt (wer sich kannte wurde getrennt), mussten ein Maskottchen aussuchen und uns dann auf den Weg in die Stadt machen, um eine Reihe Fragen zu beantworten. Dabei konnten wir Extrapunkte sammeln, wenn wir Fotos von uns und unserem Maskottchen auf einem Pferd, am Steuer eines Autos, in einer Telefonzelle, auf einem Boot, beim Biertrinken, etc. machen konnten.

Sinn der Sache war es natürlich die Stadt besser kennenzulernen, uns von unserem Phadder die besten Clubs, Bars oder Shoppingmöglichkeiten zeigen zu lassen und mit den Einheimischen zu interagieren. Letzteres erwies sich als garnicht so leicht - kein Wunder, wenn man die Schweden fragen muss, ob man mal eben ihr Auto benutzen darf, ein Foto von ihrem Kinderwagen machen kann oder sie für ein Foto kurz so tun könnten, als würden sie mit einem Papageien reden.

 

 

 

Auf den Bildern seht ihr sowohl unser Maskottchen Fofo in der Markthalle für Fisch, als auch in Haga mit einer großen Hagabulle. Die übrigen Bilder sind Schnappschüsse vom Phadder-Evening am Donnerstag. (Ein paar der interessanteren Bilder, auf denen man uns dann vllt. auch mal sieht, werden hoffentlich in den nächsten Tagen hochgeladen, dann kann ich sie euch hier zeigen. Btw: Auf dem Foto unten links sieht man in der Mitte Gunnar, den Bekannten aus Deutschland, in dessen Wohnheim wir uns öfter mal zum Kochen treffen und links Anna, die Amerikanerin, die ich Dienstag kennengelernt und mit der ich mich seitdem immer mal wieder getroffen habe.)

 

Da wir ausnahmsweise mal gutes Wetter hatten, habe ich die Gelegenheit genutzt, für euch noch ein paar Fotos von Göteborg zu machen:

 

 

 Links oben seht ihr die viel fotographierte Poseidon-Statue, die am oberen Ende der Avenue steht, oben in der Mitte den Blick von der Avenue über den Kanal und oben links ein Anti-Gewalt-Denkmal, wie es mehrfach hier in Schweden steht.

Im Uhrzeigersinn ein Bild weiter seht ihr eine Statue des Weltenbrunnens auf dem Järntorget (Eisenmarkt), in dem jede Figur einen Kontinent repräsentiert.

Die Bilder in der Mitte zeigen die Fischmarkthalle, von der weiter oben schon mal die Rede war. Weil sie mit ihrem spitzen Giebeldach und den hohen Fenstern an den Seiten aussieht wie eine Kirche, heißt sie Feskekörka - Fischkirche.

Links unten seht ihr den Blick über die Stadt, fotographiert von der kleinen Festung Skansen Kronan, die im 17. Jahrhundert gebaut worden war, um Göteborg von den Dänen zu schützen und heute als Festsaal und Militärmuseum dient (wenn Max mich besuchen kommt, wird es sicher auch Fotos aus dem Museum geben ).

 

Viele liebe Grüße!

 

 

Post-Trikes

31.08.2008 - nachmittags

 

Damit sich auch jeder vorstellen kann, was ich in "Andere Ländern, andere Sitten" mit Post-Trikes meinte:

 

 

 


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