Allein im Land der Elche..


Winterliches

02.11.2008

 

Hier ist halt doch alles ein bißchen anders.. Zu Beginn meiner zweiten Klausur sagte mein Professor zunächst mal:

"Willkommen zur Klausur! Die WCs findet ihr den Gang runter links und rechts nebenan gibt es Kaffee, wenn ihr möchtet. Da sitzen zwar auch meine Diplomanden, aber die nach den Antworten zu fragen, hat keinen Sinn, die wissen ja eh nichts."

Und als später ein Student eine Frage zu einer der Aufgaben hatte, die nicht der Prof, sondern unser Übungsleiter geschrieben hat, hat der Professor kurzerhand den Übungsleiter von seinem Handy aus angerufen und es an den Studenten weitergegeben, um seine Frage los zu werden.

 

Aber kommen wir zu den angenehmen Momenten der letzten Tage: Max hat mich wieder besucht! Leider war sein Besuch viel zu schnell vorbei - " in a blink of an eye", wie der Engländer sagen würde.

 

Wir sind durchs mittlerweile ziemlich kalte Göteborg spaziert (hier sind es mittlerweile 2°-3° abends und es friert nachts), vorbei am Wasserturm, alten Backsteinvillen und dem großen Kunstmuseum am Ende der Avenue.

Ich wünschte die Zeit würde nicht so schnell vergehen!

 

Ich seh euch alle in sieben Wochen!

 

 

Fundstück der Woche

27.10.2008

 

Die Semester sind hier an der Chalmers, wie ich sicher schonmal erwähnt habe, in Quartale unterteilt.
Das hat natürlich den Vorteil, dass die Vorlesungszyklen kurz und der Stoff für eine Klausur damit ziemlich übersichtlich ist. Es hat aber, verglichen mit normalen Semestern auch den Nachteil, dass man nicht besonders tief in die Materie einsteigen kann - oder es einfach im Schnelldurchlauf tut und darauf vertraut, dass die Studenten sich das fehlende Wissen anlesen, wie im Falle unserer LCD-Vorlesung geschehen (ja, die Displays; haben wir im Rahmen unserer Soft Matter Physics Vorlesung gelernt, weil die "Liquid Crystals" in diesen Bereich fallen.). Ich weiß jetzt also Bescheid, was in unseren Fernsehern und Bildschirmen so alles vor sich geht.

 

Dienstag hatte ich die Klausur zur Nanotechnologie-Vorlesung. Ihr erinnert euch? Die Vorlesung von der ich anfangs so begeistert war, weil wir als Hausaufgabe nur Quizfragen einsenden mussten, aus denen sich unsere Klausur dann jetzt zusammensetzte? Woran ich damals nicht gedacht habe ist, dass 2 Vorlesungen die Woche, 30+ Teilnehmer, 7 Wochen lang in über 400 Fragen resultieren. 400 Fragen, deren antworten ich können muss. Aber auch 400 Fragen, die nicht auf ihre Richtigkeit kontrolliert worden sind. Das musste der Prof dann jetzt vor der Klausur alles nachholen - und hat es wohl nicht mehr komplett geschafft, denn die Fragen in der Klausur waren zum Teil immer noch irreführend oder fehlerhaft. Ich bin mal gespannt, wie das jetzt ausgewertet wird.

Die nächste Klausur ist in drei Stunden, drückt mir die Daumen!

 

Um mal auf den Titel des Eintrages zurückzukommen:
Wikingerkäse!

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht: Er schmeckt wirklich großartig! Wie Old Amsterdam, aber etwas milder. Ich sollte in Deutschland mal Germanenkäse suchen.

 

Zu guter Letzt: Man kann hier in Schweden Alkohol mit mehr als 3,5% bekanntermaßen nur im Systembolaget, dem staatlichen Monopolunternehmen, kaufen. Es darf auch keine Werbung dafür oder Profit damit gemacht werden. Was ich nicht wusste ist, dass dieses Prinzip, wenn es nach dem Willen Schwedens ginge, auf ganz Europa ausgeweitet werden soll. Seht selbst - ein Film vom Systembolaget an José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission:

Dear Mr. Barroso

Ich wünsch euch eine - im Vergleich zu Göteborg - weihnachtswahnfreie und hoffentlich schöne Herbstwoche!

 

Liebe Grüße!

 

 

Mini Poster Conference

19.10.2008

 

Meine erste Poster-"Konferenz" im MC2 ist überstanden und natürlich habe ich für euch ein paar Fotos gesammelt:

 

Oben in der Mitte seht ihr unsere kleine Postergruppe: Links vom Poster steht Coraly, rechts neben mir Natalie.
Auf den äußeren beiden Bildern seht ihr nochmal das MC2-Gebäude. Ich liebe es! In einem hohen, hellen, lichtdurchfluteten Gebäude zu arbeiten, ist so inspirierend und macht das studieren direkt viel angenehmer!

 

Um mich herum verlieren die Bäume schon ihre Blätter und aus bunt und farbenfroh wird wieder grau. Einige Schweden haben mich schon gewarnt: Hier wird es seit einigen Jahren nicht mehr wirklich Winter. Es bleibt grau und die Tage werden noch kürzer bis man kaum noch viel Sonnenlicht sieht. Schnee gibt es frühestens im Februar für ein paar Tage. Im November sei das noch auszuhalten.. aber im Dezember/Januar wolle man dann nur noch weg. Scheint ich habe mir die richtige Zeit ausgesucht, um nach Deutschland zurück zu kommen.

 

Viele liebe Grüße!

 

PS: Ich fasse es nicht: Es gibt hier kein Schokomüsli!

 

 

Halbzeit

15.10.2008

 

Unser Poster ist heute endlich fertig geworden. Wer mich kennt, kann sich denken, dass ich noch immer nicht ganz zufrieden bin. Aber ich denke, für einen ersten Versuch in der kurzen Zeit und mit dem wenigen Wissen das wir über diesen Zweig der Forschung letztlich haben, ist es garnicht schlecht geworden.

Außerdem habe ich festgestellt, dass zu meiner Überraschung heute schon die Hälfte meines Auslandssemesters vorbei ist. Ich bin jetzt seit etwa 9 1/2 Wochen hier und bleibe noch 9 1/2 Wochen, sollte ich am vierten Advent wieder nach Hause fahren.

Wie schnell die Zeit vergeht.. Ein bißchen schade finde ich das schon, weil mir die Zeit hier wirklich gefällt, aber ich freue mich schon sehr darauf wieder zuhause zu sein und euch alle wiederzusehen!!

 

PS: Nur um das festzuhalten: Beim letzten Lunch(!)seminar gab es statt Softdrinks wahlweise Wasser oder Bier; um 12 Uhr mittags wohlgemerkt. Andere Länder, andere Sitten..

 

 

Liebesgrüße aus Stockholm

13.10.2008

 

Unsere Kanelbullen waren ein riesen Erfolg! Wir haben die doppelte Menge dessen gemacht, was Anna's Mutter sonst auf Vorrat backt (insgesamt waren es hinterher etwa 50 Zimtschnecken) und haben Freunde und Bekannte eingeladen, die Baileys und heiße Schokolade mitgebracht haben. Lecker!

Die Zimtschnecken schmecken natürlich am besten, wenn sie noch warm sind und sind alle direkt weggegangen. Die Fotos sind leider ein bißchen dunkel, aber ich denke, man bekommt ein ungefähre Vorstellung:

Wenn ich im November zuhause bin, will ich unbedingt welche für euch machen!

 

Am Freitag hab ich mich dann um 4 Uhr morgens aus dem Bett gequält und 5 Std. Zugfahrt hinter mich gebracht, um nach Stockholm zu kommen. Aber es hat sich gelohnt!
Stockholms Altstadt ist wunderschön und auch in den neuen Stadtteilen gibt es jede Menge zu entdecken. Zwei Tage waren natürlich zu kurz, um sich alles anzugucken, haben aber Lust gemacht wiederzukommen!

Was gibt es sonst noch zu berichten? Achja: Mein Soft Matter Physik - Projekt ist fertig, das hoffe ich jedenfalls (bin mir nur mit dem Schluss noch nicht ganz sicher). Wenn ihr also immer schon wissen wolltet, ob an fließenden Kirchenfenstern etwas wahres dran ist, lest selbst: No flow!?

 

Und zu guter Letzt aus gegebenem Anlass: Happy Birthday nach Köln!

 

Puss & kram - Anja

 

Besuch Besuch Besuch!!

03.10.2008

 

Ich hätte mich ja am Wochenende hier gemeldet und euch das Neueste erzählt, aber ich hatte überhaupt gar keine Zeit, weeeeil.. Max mich hier überrascht hat!

Wir haben gekocht, waren Sushi und Griechisch essen, sind durch Göteborg spaziert, waren in einer kleinen Bucht um uns den Sonneruntergang anzusehen und in der Nordens Ark, einem großen Tierpark 1 1/2 Std. Fahrt von hier und und und.. Die drei Tage waren wunderschön, aber wie ihr euch denken könnt leider viel zu schnell wieder vorbei.

 

Oben links seht ihr uns oben auf dem Hügel der Skansen Kronan, einer Festung, die im Krieg gegen die Dänen errichtet wurde und hinter uns seht ihr Haga, das älteste Stadtviertel Göteborgs.
In der Mitte hält Max in der Bucht in Hjuvik nach dem Sonnenuntergang Ausschau.
Rechts oben seht ihr Linnea, die Tigerin in der Nordens Ark, die mehr an ihrem männlichen Pendant im benachbarten Gehege interessiert war, als am frischen Fleisch.
Auf den unteren Bildern kann man Max beim Sushi essen zugucken und die großartige Aussicht sehen, die man vom Tierpark aus genießen konnte.

 

Montag habe ich Max noch zum Flughafen gebracht und jetzt sind es erstmal wieder vier Wochen, bis wir uns wiedersehen..

 

Ansonsten ist nicht viel passiert. Mein Schwedischkurs hat angefangen, die Vorlesungen werden langsam arbeitsintensiver, weil in zwei Wochen die Klausuren anstehen und Poster und Paper, die ich erarbeiten muss, nehmen langsam Gestalt an. Die Ergebnisse meiner Arbeit werde ich der aufmerksamen Leserschaft hier selbstverständlich zu Teil werden lassen.

 

Morgen werden Anna, Brenda und ich echt schwedische Kanelbullen (Zimtschnecken) backen. Annas Vater ist Schwede und somit gibt es in ihrer Familie natürlich ein uuraltes Familienrezept, das unbedingt ausprobiert werden muss. Anschließend werden wir ins Haga Bio gehen, das älteste Kino der Stadt und mittlerweile Programmkino. Ich werde unsere Backkünste selbstverständlich photographisch dokumentieren!

 

Viele liebe Grüße aus dem herbstlichen Göteborg!

 

 

Reinraum und Opernhaus

 21.09.2008

 

Es ist mal wieder Zeit für ein Update:

Ich hatte diese Woche die erste Laborstunden im Reinraum des Nanotechnologie-Instituts. Verglichen mit Aachener Verhältnissen ist der Raum riesig - 1000 m² - und technologisch auf dem neusten Stand.
Hier mal ein, zwei Bilder vom Nanotech-Institut:

 


Ich würd euch gern ein paar Bilder von unserer Arbeit im Reinraum zeigen. Aber da wir nur in Reinraumanzügen, mit Reinraumstiefeln und -haube durch Luftschleusen und Vorräume in das Labor kommen, ist natürlich klar, dass wir nichts mitnehmen dürfen - schon garkeine Kameras..

Um euch trotzdem eine ungefähre Vorstellung zu geben, hab ich mal ein Bild rausgesucht. So sehen wir alle da drin etwa aus:

 

In der ersten Laborstunde haben wir mittels Photolithographie einen Mikrochip hergestellt. Dabei wird ein Muster mithilfe einer Maske auf ein photosensitiv beschichtetes Substrat übertragen und entwickelt. Mit dieser Technik lassen sich bereits heute Transistoren auf Nanometerskala herstellen.

Für diejenigen die es interessiert hab ich mal ein Bild von meinem Chip gemacht. Meine Kamera kann nicht näher ranzoomen, das rechte Bild ist deswegen aus dem Web, aber so in etwa sehen unsere Chips auch aus:

 

Außerdem waren diese Woche ein paar Veranstaltungen für neue Studenten organisiert von Göteborg & Co., einer Art PR- und Touristenagentur.

Unteranderem gab es eine große Kick-Off Veranstaltung im Trädgard'n, dem Restaurant des Göteborger Lustgartens mit kostenlosem Essen und Live-Musik von den Looptroop Rockers, Britta Persson, Florence Valentin und den Caesars. Ich kannte die Bands alle nicht, hatte aber das ein oder andere Lied von den Caesers schonmal irgendwo gehört..


Die nächsten Wochen besteht jetzt die Möglichkeit verbilligt Museen, Ausstellungen und Theateraufführungen zu besuchen und es werden Vorträge zum Thema "Arbeiten in Schweden", etc. angeboten.

Freitag habe ich mit Anna und Brenda gleich die erste Gelegenheit genutzt und an einer Führung durch das neue Göteborger Opernhaus teilgenommen und uns noch ein bißchen den Hafen angesehen.

 

 Links und rechts oben seht ihr die Viking, den größten in Skandinavien erbauten Windjammer. Oben in der Mitte und unten links sieht man das Opernhaus, das vor etwa 15 Jahren neu errichtet worden ist und an ein Schiff erinnern soll. Wie das Opernhaus in Sydney steht es direkt am Wasser. Innen sollen viele Ebenen, Geländer und Kirschholzparkett an die Decks eines Schiffes erinnern. Unten rechts seht ihr Anna (links) und Brenda (rechts).

Wir haben einen Gutschein für den verbilligten Besuch einer Vorstellung bekommen und werden demnächst mal versuchen ihn für Julius Caesar oder Mozarts Requiem einzulösen.

 

Nach der Führung am Freitag waren wir noch dekadent essen, haben uns anschließend bei Brenda fertig gemacht und waren dann bis 4 Uhr im Nefretiti tanzen. Gestern haben wir bei Brenda Köttbullar gekocht und ihre Einweihungsparty gefeiert.

 

Hier wird es also nicht langweilig!  

 

 


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